Sozialer Schutz, Betreuung und Reintegration der Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt

  • Gefördert durch die Europäische Union

Ipso hat ein neues Projekt gestartet, um zu einer Verringerung der Gewalt gegen Frauen in den afghanischen Familien beizutragen. Die Aktion ist ein Beitrag zu den Bemühungen der Regierung und NGOs, die Lücke zwischen der gesetzlichen und verfassungsrechtlichen Grundlage garantierter Rechte der Frauen und der Alltagsrealität der Frauen zu überbrücken, die Gewalt in der Familie ausgesetzt sind und unter einem hohen Maß an kontiuierlichem täglichen Stress, traumatischen Erfahrungen und restriktivem traditionellem Verhalten leiden. Frauenhäuser bieten dann ein sicheres Umfeld für Frauen in Not. Für die Sicherheit von Frauen sind Frauenhäuser mehr oder weniger als vorübergehende Lösung akzeptiert.

Die in den Frauenhäusern arbeitenden Sozialarbeiter sind sehr engagiert, aber oft fehlt ihnen der berufliche Hintergrund, um die Frauen und die Familien entsprechend zu unterstützen und somit einen nachhaltigen Prozess der Reintegration der Frauen in ihre Familien zu erleichtern. Viele Frauen sind nicht in der Lage, in ihre Häuser und Familien zurückzukehren. Sie haben Angst, wieder der Gewalt ausgesetzt zu werden: Konflikte, die sie zum Verlassen der Familie gedrängt hatten, sind noch ungelöst. Sie haben keinen anderen Ort, in dem sie Zuflucht suchen können und der in der afghanische Gesellschaft gesellschaftlich akzeptiert wäre. Daher wurden Frauenhäuser Orte, die zwar als Übergangslösungen angedacht waren, aber in der Realität zu Zufluchtsorten wurden, wo die Frauen oft für Monate oder Jahre bleiben, ohne jegliche Perspektive, die Konflikte mit ihren Familien zu lösen oder in ihre Familien reintegriert zu werden.

Aufbauend auf unserer Kompetenz auf dem Gebiet der psychischen Gesundheit, bilden wir 56 psychosoziale Berater und 48 Sozialarbeiter aus, um die Qualität der Versorgung von Frauen in 16 Frauenhäuser in 14 Provinzen Afghanistans zu verbessern (Kabul, Parwan, Kunduz, Sar-e -Pul, Balkh, Badakhshan, Herat, Badghis, Bamyan, Jozjan, Nangahar, Faryab, Kapisa, Ghor). Die Frauenhäuser werden dadurch in der Lage versetzt, professionelle Standards der psychosozialen Versorgung einschließlich Traumabehandlung und Konfliktlösung zu gewährleisten. Darüber hinaus zielt das Projekt darauf ab, die Aussichten von Frauen auf eine sichere Wiedereingliederung in ihre Familien und das soziale Leben in ihrer Gemeinde durch die Aufnahme einer ersten sowie einer kontinuierliche Vermittlung durch den geschulten Berater (männlich und weiblich) zwischen den Frauen, die Schutz suchen, und ihren Familien zu verbessern. Zusätzlich wird eine Online-Beratung / Telefondienst für die Frauen in Not eingerichtet werden.

Die Frauen und ihre Familien spielen eine aktive Rolle im partizipativen Prozess der Beratung, die auf ihren Werten basiert. Der Beratungsansatz zielt darauf ab, dass die Frauen zuerst ihre Situation verstehen und dann in die Lage versetut werden, ihr Leben zu beeinflussen, soziale und kulturelle Ressourcen wieder zu gewinnen oder zu entwickeln, und ihre Fähigkeit zu erhöhen, Konflikte zu lösen. Der Mediations- und Beratungsprozess mit den Familien bezieht alle Familienmitglieder aktiv ein. Der Beratungsprozess ist ressourcen- und lösungsorientiert und baut Fähigkeiten auf, innerhalb der Familien besser aufeinander einzugehen.

Als zweite Intention bietet das Projekt den jeweiligen afghanischen für den Sozialschutz von Frauen zuständigen Ministerien und Behörden institutionelle Unterstützung. Die Aktion soll dem Ministerium für Frauenangelegenheiten helfen, die Frauenhäuser besser zu monitoren und Qualitätsstandards für Service und Betreuung in den Frauenhäusern im ganzen Land zu etablieren.

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