In Jordanien lebt eine große Zahl syrischer Bürgerkriegsflüchtlinge unter schwierigsten Rahmenbedingungen in Flüchtlingslagern und urbanen Siedlungen. Armut, unregelmäßiges Einkommen, fragile Familienstrukturen und andere Faktoren stellen für viele eine enorme psychische Belastung dar. Im Rahmen unseres vom Kamynu Trust geförderten Projekts bieten wir diesen Menschen in Kooperation mit der internationalen humanitären Organisation INTERSOS niedrigschwellige psychosoziale Unterstützung, um sie kurzfristig wieder zu einer aktiven Mitgestaltung ihrer Lebensumstände zu befähigen.

Über unsere Online Plattform www.ipso-care.com stehen unsere in Deutschland tätigen syrischen Counselor*innen für vertrauliches, muttersprachliches Counseling per sicherem Videochat zur Verfügung. Sie reduzieren damit eine gravierende Lücke in der lokalen Versorgung und ergänzen die Projektarbeit des Partners INTERSOS um einen wichtigen Baustein. Das Angebot ist offen für alle Erwachsenen und Heranwachsenden ab 16 Jahren, unabhängig von Geschlecht, Religion, ethnischen oder anderen Gruppenzugehörigkeiten.

Die enge Vernetzung mit dem Partner INTERSOS war für die Projektarbeit essentiell, um den Zugang für Hilfesuchende zu garantieren. Gemeinsam haben wir an drei Standpunkten in Amman, Karak und Irbid Zugangspunkte für das Counseling geschaffen, Laptops und geeignete Räumlichkeiten werden vom Partner gestellt. Wir haben die Mitarbeiter*innen von INTERSOS in Jordanien über Workshops in unseren Beratungsansatz eingeführt und dabei unterstützt, potentielle Klient*innen zielgerichtet zu vermitteln. Unser Angebot wurde von Beginn an sowohl von den Hilfsbedürftigen als auch vom Kooperationspartner äußerst positiv aufgenommen, das Onlinecounseling ist voll in die reguläre Arbeit des Partners integriert. Anonymisierte Feedbacks der Klient*innen nach den Online-Sitzungen spiegeln einen sehr hohen Zufriedenheitsgrad mit dem Service wider.

Unser Kooperationspartner INTERSOS unterstützt mit seiner humanitären Arbeit sowohl Geflüchtete wie auch die jordanische Bevölkerung im Umfeld der Flüchtlingscamps und konzentriert sich vor allem auf die Unterstützung von Jungen und Männern, die sexualisierte Gewalt erfahren haben. Das gemeinsame Projekt lief von September 2018 bis April 2019. Derzeit werden Möglichkeiten einer langfristigen Implementierung im Rahmen einer fortgesetzten Partnerschaft ausgelotet.